Was tun gegen Schwitzen?

Was tun gegen starkes Schwitzen

Warum schwitzen wir?

Wir Menschen verfügen über eine komplexe körpereigene Klimaanlage, die dafür verantwortlich ist, unseren Körper auf konstanter Temperatur zu halten. Schwitzen ist Teil dieser Klimaanlage, um unseren Körper vor Überhitzung zu schützen. Trotz dieser wichtigen Funktion kann Schwitzen in vielen Situationen zu einer echten Belastung werden. Gerade die Schweißbäche in Situationen der Nervosität oder Anspannung werden von vielen Menschen als sehr unangenehm empfunden. Kein Wunder also, dass ich eine ganze Industrie damit beschäftigt, unser Schwitzen zu regulieren. Aber obwohl sich nur 2 Prozent unserer Schweißdrüsen unter den Achseln befinden, sind die meisten Deodorants, Antitranspirants und andere Mittel zur Schweißbekämpfung für den Gebrauch im Achselbereich ausgelegt. Im Folgenden erfahren Sie, was an unserem Achselbereich so besonders ist und weitere interessante Fakten über das Schwitzen.

Warum schwitzt der Körper?

Die Schweißproduktion wird vom vegetativen Nervensystem gesteuert, welches für viele überwiegend unwillkürliche Körperfunktionen wie z.B. Verdauung, Atmung, Kreislauf und Stoffwechsel zuständig ist und sich in der Regel recht wenig darum schert, ob ein bestimmter Vorgang jetzt erwünscht ist oder nicht. Das ist wahrscheinlich auch besser so, denn so unangenehm die salzigen Rinnsale auch sein können, für den Temperaturausgleich des Körpers sind sie von enormer Wichtigkeit. Das Schwitzen hat dabei die Funktion, übermäßige Wärme von innen nach außen abzuleiten. Das geschieht über die Schweißdrüsen, die sich über den ganzen Körper verteilt in der Haut befinden.. Doch neben dem thermoregulatorischen Schwitzen gibt es noch eine zweite Form, die von den meisten Menschen als deutlich unangenehmer empfunden wird. Gemeint ist das nervöse Schwitzen als Antwort auf eine nervöse Erregung wie Angst oder Unsicherheit. Und zuletzt gibt es noch die Möglichkeit des gustatorischen Schwitzens, welches auftritt, wenn man sehr saure oder scharfe Speisen zu sich nimmt oder übermäßig Alkohol trinkt. Der Schweiß bildet überdies auf der Haut einen Säureschutzmantel, der hilft, Krankheitserreger abzuwehren. Ob und wann wir schwitzen, können wir nicht durch Willenskraft steuern. Aber wir können uns mit der Zeit an gewisse Temperaturen gewöhnen und so dem Körper helfen, die Schweißproduktion besser zu regulieren.

Ballungszentren der Schweißdrüsen – Wo schwitzen wir besonders viel?

Die Schweißdrüsen bedecken den ganzen Körper. Sie zählen etwa 3 Mio., wobei manche Regionen dichter besiedelt sind, als der übrige Körper. Besonders zahlreich und dicht liegen die Schweißdrüsen an den folgenden Körperregionen:

  • Handinnenflächen
  • Fußsohlen
  • Achselhöhlen
  • auf der Stirn
  • Ellenbeugen.

In Körperregionen mit vielen, dicht liegenden Schweißdrüsen schwitzt jeder Mensch bei entsprechenden Bedingungen stark. Trotzdem heißt das nicht automatisch, dass genau dort am meisten Schweiß produziert wird. Die Anzahl und Dichte sagt nichts über die Aktivität der Schweißdrüsen und der produzierten Schweißmenge aus. Entscheidend dabei ist die Schweißrate: Wie viel mg Schweiß pro cm2 wird in exakt einer Minute bei gleichbleibenden Umgebungsbedingungen produziert? So besitzt beispielsweise die Stirnregion zwar relativ viele Schweißdrüsen, aber nicht die meisten. Trotzdem ist die Schweißrate dort ganz besonders hoch.

Was tun gegen Schwitzen

Was tun gegen Achselschweiß

Nur etwa 2% der menschlichen Schweißdrüsen befinden sich unter den Achseln. Dennoch wird Achselschweiß von vielen Menschen als besonders störend wahrgenommen. Unter den Achseln befinden sich zwar weniger Schweißdrüsen als z.B. an Händen und Füßen, allerdings sorgt der ständige Haut-an-Haut-Kontakt dafür, dass hier der Schweiß schlechter verdunsten kann als anderswo. Hinzu kommt, dass die Drüsen unter den Achseln zu den so genannten apokrinen Schweißdrüsen gehören, die ansonsten nur noch im Bereich der Brustwarzen sowie im Genital- und Analbereich vorkommen. Diese werden auch „Duftdrüsen“ genannt und sondern neben dem normalen Schweiß noch ein eher fetthaltiges Sekret ab, welches körpereigene Duftstoffe (Pheromone) enthält und – wenn auch unbewusst –  in unserem Sozial- und Sexualverhalten eine Rolle spielt. Der typische Schweißgeruch ist im Grunde eine „apokriner Schweißgeruch“, denn er entsteht eigentlich durch das Sekret der Duftdrüsen. Jeder Mensch besitzt eine Hautflora, also Mikroorganismen, die natürlicherweise die Haut besiedeln. Befindet sich apokriner Schweiß eine Weile auf der Haut, kommt er in Kontakt mit diesen Bakterien. Das Sekret der Duftdrüsen enthält Stoffe, die vor allem von Corynebakterien (häufiger beim Mann) und Mikrokokken (häufiger bei der Frau) zersetzt werden. Corynebakterien und Mikrokokken sind typische Keime der Hautflora. Diese zersetzen das Sekret und bilden dabei unangenehm riechende Stoffe, die wir als den typischen säuerlichen (v.a. bei Frauen) oder stechenden Schweißgeruch (v.a. bei Männern) wahrnehmen.

  • Die richtige Kleidung Enge Kleidung aus Kunststoff gibt den Schweiß nicht nach außen ab – starkes Schwitzen ist die Folge. Ideal ist luftdurchlässige Kleidung aus Naturfasern wie Baumwolle, Leinen oder Leder. Spezielle „Anti-Smell-Kleidung“ gibt es im Bekleidungsfachhandel. Die Textilien sind mit speziellen Zuckerverbindungen präpariert. Der Zucker im Stoff nimmt die Geruchsmoleküle auf und gibt sie erst bei der nächsten Wäsche wieder ab. Zum Thema richtige Kleidung haben wir uns auch in diesem Artikel beschäftigt: Kann man schwitzen vermeiden?
  • Lauwarm duschen Zu heißes Duschen oder Baden fördert dagegen die Schweißbildung. Täglich mindestens zwei Mal duschen hemmt die Schweißbildung und stoppt die Bildung von Bakterien, die durch starkes Schwitzen unter den Armen entstehen können.
  • Salbei und Co. verschiedene Heilkräuter können die Schweißdrüsen so zusammenziehen, dass sie weniger Schweiß absondern. Eines der bekanntesten ist Salbei. Salbei gibt es als ätherisches Öl, Kapselpräparat oder Tee.
  • Baden mit Gerbstoffen ist gut für übermäßiges Schwitzen an Händen und Füßen geeignet. Entsprechende Präparate gibt es in der Apotheke.
  • Verzicht auf scharf gewürztes Essen. Hier finden Sie ein Gericht zum kochen, was Sie nicht ins schwitzen bringt. Kochen gegen Schwitzen
  • Haare unter den Armen entfernen
  • Salbeitee und Naturprodukte aus Salbei-Trockenextrakt
  • Koffein und Nikotin sowie schwarzen Tee meiden
  • Zwei Mal täglich die Achselhöhlen mit Franzbranntwein einreiben (Vorsicht: Diese Methode nicht unmittelbar nach einer Rasur oder Haarentfernung unter den Achseln anwenden)

Eine weitaus günstigere, aber dennoch sehr effektive Alternative ist ein hochwertiges Antitranspirant. KaSa Deo wurde speziell als Mittel gegen starkes Schwitzen entwickelt. Es dringt in die Schweißkanäle, verbindet sich mit dem dortigen Keratin und verengt so die Drüsenausführungsgänge. Somit ist man in allen Situationen optimal gegen unerwünschte Schweißbäche im Achselbereich geschützt.

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