Die Ursache von Schwitzen

Aktaufnahmen einer jungen Frau (Bodyparts) vor schwarzem Hintergrund.

In Deutschland leiden schätzungsweise ca. 1-2% der Menschen an einer chronischen Überfunktion der Schweißdrüsen. Diese beginnt meist schon im Kinder- und Jugendalter und bleibt ein Leben lang bestehen. Doch auch für Menschen, die nicht an einer chronischen Überfunktion leiden, kann starkes Schwitzen in einem bestimmten Abschnitt ihres Lebens zum Thema werden. Äußere und innere Faktoren wie hormonelle Veränderungen, z.B. während der Pubertät, Krankheiten, aber auch bestimmte Medikamente können der Auslöser dafür sein. Im Folgenden soll auf verschiedene mögliche Ursachen näher eingegangen werden.

Starkes Schwitzen durch Medikamente

Eine Vielzahl von Medikamenten kann als Nebenwirkung starkes Schwitzen zur Folge haben. Dazu gehören z.B. tricyclische Antidepressiva, die immer noch zu den am meisten eingesetzten Psychopharmaka gehören. Aber auch folgende Medikamente können schweißtreibend wirken:

  • Antibiotika
  • Morphinderivate, die u.a. in der Schmerzbehandlung eingesetzt werden
  • Glukokortikoide, die zur Abschwellung und Entzündungshemmung an der Bronchialschleimhaut und zur Krampflösung an der Bronchialmuskulatur beitragen und daher oft für Therapien zur Bekämpfung von allergischem Schnupfen oder Asthma bronchiale eingesetzt werden
  • Sympathomimetika, die das vegetative Nervensystem beeinflussen und eine allgemeine Leistungssteigerung und einen erhöhten Energieverbrauch zur Folge haben

Auch andere Medikamente, z.B. zur Behandlung von Blutdruck- und Herzerkrankungen, sowie frei verkäufliche Präparate und Nahrungsergänzungsmittel, können unter Umständen schweißtreibend wirken.

Falls Sie den Verdacht haben, dass das starke Schwitzen mit der Einnahme eines bestimmten Medikaments in Zusammenhang steht, setzen Sie es nicht vorschnell ab. Sprechen Sie lieber ihren behandelnden Arzt oder einen Apotheker darauf an. Gegebenenfalls kann das Medikament durch ein anderes Präparat ersetzt werden.

Hormonelle Veränderungen als Ursache von starkem Schwitzen

Auch Phasen starker hormoneller Umstellungen wie bspw. die Pubertät oder die Wechseljahre bei Frauen können starkes Schwitzen auslösen.

Schwitzen in der Pubertät

Unser Körper besitzt zwei Arten von Schweißdrüsen. Zum einen die ekkrinen Drüsen, die überall im Körper vorkommen. Der Schweiß aus den ekkrinen Drüsen ist frisch völlig geruchlos und dient der Kühlung des Körpers bei Überhitzung. Zum anderen gibt es noch die apokrinen Schweißdrüsen, die nur an bestimmten Körperstellen wie den Achselhöhlen und dem Genitalbereich zu finden sind. Diese werden auch „Duftdrüsen“ genannt und sondern neben dem normalen Schweiß noch ein eher fetthaltiges Sekret ab. Dieses Sekret enthält Lockstoffe, die das andere Geschlecht unbewusst wahrnimmt. Die apokrinen Schweißdrüsen werden während der Pubertät das erste Mal aktiv, während die ekkrinen Schweißdrüsen durch den pubertären Hormoncocktail zusätzlich angeregt werden und schon auf kleinste körperliche Anstrengungen oder Temperaturerhöhungen reagieren. Doch nicht nur das. Da sich auch das Gehirn der Jugendlichen verändert, kommt es auch zu einer erhöhten Ausschüttung von Stresshormonen wie Adrenalin, die in Situationen der Aufregung oder Nervosität ebenfalls Schweißausbrüche auslösen können.

Wer nicht abwarten möchte, bis sich die übermäßige Schweißproduktion mit dem Ende der Pubertät selbst wieder reguliert, kann versuchen, seine Schweißdrüsen mit den folgenden Tipps zu „trainieren“:

  1. Sport: Es mag sich im ersten Moment paradox anhören, aber den Körper durch sportliche Betätigung ordentlich zum Schwitzen zu bringen, kann tatsächlich gegen starke Schweißproduktion helfen. Denn Sport trainiert nicht nur die Muskeln, sondern ebenfalls die Schweißdrüsen und kann so das Schwitzen im Alltag regulieren.  Außerdem wirken Sport im Allgemeinen und Ausdauersportarten im Besonderen nachweislich stimmungshebend und können sich so als ein gutes Mittel gegen das jugendliche Gefühlschaos erweisen. Körperliche Bewegung baut außerdem Stress und Anspannung ab und kann so nebenbei auch einen weiteren Faktor für ungewollte Schweißausbrüche reduzieren.
  2. Saunabesuche: Ähnlich wie beim Sport können auch die hohen Temperaturen in der Sauna dafür sorgen, dass der Körper lernt, die Aktivität der Schweißdrüsen besser zu kontrollieren, was sich positiv auf das Schwitzen im Alltag auswirken kann. Zugegeben, in der Pubertät, wenn der Körper sich stark verändert und so gar nicht mehr zu einem zu gehören scheint, ist eine eventuell sogar gemischte Sauna vielleicht der letzte Ort, in den es einen zieht. Doch auch neben dem Training für die Schweißdrüsen sind Saunabesuche eine echte Gesundheitskur. Die Erhöhung der Körpertemperatur durch die Hitze der Sauna löst im Körper eine gesteigerte Aktivität der für die Infektabwehr wichtigen Immunzellen aus. Die Abwechslung von starker Hitze und Kälte durch kalte Duschen oder Kaltbäder regt den Kreislauf, den Stoffwechsel und das Immunsystem an, entspannt die Muskulatur und wirkt sich wohltuend auf das subjektive Wohlbefinden aus. Der Körper bekommt eine schonende, aber effektive Tiefenreinigung und die Wechselwirkung zwischen Hitze und Kälte trainiert die Blutgefäße, was sich positiv auf den Wärmehaushalt des Körpers auswirkt.

Schwitzen während der Schwangerschaft und in den Wechseljahren

Ähnlich wie in den Wechseljahren kann es während der Schwangerschaft zu Hitzewallungen kommen, die meist am Kopf, am Nacken und auf der Brust auftreten und von ein paar Sekunden bis zu mehreren Minuten dauern können. Der Grund: Durch die Hormonumstellung kommt es zu einer verstärkten Durchblutung der Haut, wodurch die Oberflächentemperatur erhöht wird. Als Folge davon wird einem warm und die Haut wird rot und fleckig. Auf diese Hitzeschübe reagiert der Körper oft mit Schweißausbrüchen, um sich abzukühlen. Hitzewallungen treten meist im zweiten und dritten Trimester auf, können sich aber bis in die Stillzeit fortsetzen.

In den Wechseljahren leiden etwa ein Drittel aller Frauen an leichten und ein weiteres Drittel an starken Hitzewallungen. Wie es zu diesen Hitzeschüben kommt, ist nicht genau geklärt. Als Ursachen werden der sinkende Östrogenspiegel und das daraus resultierende hormonelle Ungleichgewicht vermutet. Dieses führt zu einer Störung des Temperaturzentrums im Gehirn, was dazu führt, dass der Körper wie bei großer Hitze reagiert. Ein erhöhter Pulsschlag und erweiterte Hautgefäße sorgen für einen Abtransport von Körperwärme und der folgende Schweißausbruch bringt zusätzlich Verdunstungskälte.

Um die Schwitzattacken infolge der Hitzeschübe zu lindern, können die folgenden Tipps hilfreich sein:

  • Das Schlafzimmer sollte kühl sein. Ist es tagsüber warm und sonnig, empfiehlt es sich, das Zimmer zu verdunkeln, damit es sich nicht aufheizt. Diese Maßnahme kann helfen, während nächtlicher Hitzewallungen besser zu schlafen.
  • Das Tragen atmungsaktiver Kleidung oder Textilien aus Naturfasern wie Baumwolle, Wolle oder Leinen sorgt dafür, dass die Luft am Körper besser zirkulieren kann.
  • Tragen Sie mehrere lose Kleidungsstücke übereinander, damit Sie schnell und problemlos etwas ausziehen können, wenn Ihnen zu heiß ist.
  • Mit einem in der Handtasche aufbewahrten Handventilator oder einer kleinen mit Wasser gefüllte Sprühflasche kann man sich unterwegs und auf Arbeit bei Bedarf das Gesicht abkühlen.
  • Ebenso empfiehlt es sich, immer ein paar Feuchtigkeitstücher griffbereit zu haben, um sich nach einer Schweißattacke schnell ein wenig zu erfrischen.

Schwitzen im Schlaf

Starkes nächtliches Schwitzen kann viele Ursachen haben, u.a. auch die schon genannten, wie Hormonschwankungen oder Medikamente. Die häufigsten und harmlosesten Ursachen sind dabei wohl zu warme Zimmer und zu dicke Bettdecken, wobei kurioserweise auch zu kalte Räume die Schweißproduktion anregen. Aber auch erhöhter Alkoholkonsum in Verbindung mit scharfem Essen kann nachts die Salzbäche fließen lassen. Ebenso können psychische Probleme wie Ängste, Kummer oder Wut, die während des Schlafes unbewusst verarbeitet werden, dazu führen, dass wir morgens schweißgebadet erwachen. Eine weitere mögliche Ursache sind Schlafstörungen wie beispielsweise eine Schlafapnoe. Ein typischer Schweißauslöser sind auch Krankheiten. Die meisten kennen sicherlich nächtliches Schwitzen als Folge einer heftigen Erkältung oder Virus-Grippe. Bleibt das nächtliche Schwitzen ohne weitere Symptome, ist es meistens harmlos und lässt sich durch Maßnahmen wie veränderte Schlafgewohnheiten und Stressabbau gut bekämpfen.

Starkes Schwitzen ist selten etwas Angenehmes, besonders wenn es sich über einen längeren Zeitraum zieht. Aber die Ursachen für die Schweißbäche zu verstehen, kann oft schon eine gewisse Erleichterung bringen. Weiterhin kann es helfen, wenn Sie sich bewusst machen, dass das Schwitzen nicht Ihr Feind, sondern eine natürliche und oft auch lebensnotwendige Reaktion auf innere und äußere Einflüsse ist. Und dank eines hochwertigen und leistungsstarken Antitranspirants wie KaSa Deo können Sie starkes Schwitzen auch im Alltag nachhaltig und wirkungsvoll bekämpfen.

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